England, wir kommen

So schön kann es auf der Nordsee sein

Aber von Anfang an:
Freitag starten wir zu unserer Kanalüberquerung.
Früh gehts in Scheweningen los um das ablaufende Wasser zu nutzen. Segel raus an der Hafenmole und mit gutem Wind geht es nach Westen.
Wir segeln die Niederländische und Belgische Küste entlang weil der Wind dazu optimal ist.
Die Windvorhersagen machen eine ausgeklügelte Strategie notwendig, denn der Wind soll innerhalb von 18 Stunden um 270° drehen.

Jetzt sehen wir vermehrt Berufsschifffahrt
die auch mal ganz schön nahe kommen.

Es wird im Wachsystem gesegelt. Alle 4 Stunden tagsüber und alle 3 Stunden nachts wechselt das Team.
Die Abläufe werden immer eingespielter:

kritscher Blick zum Verklicker, der dem Rudergänger eine Ahnung geben soll woher der Wind denn weht:

und immer wieder schöner blauer Himmel:
(Anmerkung: das stimmt natürlich nicht so ganz
aber nur dann macht man halt tolle Bilder,
und nicht wenn`s stürmt und schneit)

die Nacht und damit die Nachtfahrt kommt näher.
Die Wachen die frei haben, liegen schon in der Koje um ausgeruht um die Nachtschicht leisten zu können.

Erster Nachtwechsel 21 Uhr


Die Sonne geht traumhaft unter.

und jetzt kommen die Wachen zu Wort
es berichtet für Wache 2 (Herbert, Wolfgang und Hage):
„Wache zwei ist die Altherrenwache, die immerhin zusammen 200 Jahre zählen. Wir haben einen Bonus, weil wie die Wache zu dritt stemmen dürfen, ein nicht zu unterschätzender Vorteil bei der Hundswache. Bis jetzt sind wir durchgekommen ohne den Skipper wecken zu müssen. Beim Navigieren durch den Kanal ist das AIS eine unentbehrliche Hilfe. Hier gibt es riesige Parkplätze für Schiffe und Autobahnen mitten durch (genannt Reede).  Ein Lichtermeer in dem man kaum einzelne Lichter ausmachen kann.  Aber wir haben es geschafft durchzukommen, ohne das uns jemand anrief und fragte, wie wir die Begegnung zu gestalten dächten.“

und was hat Wache 3 erlebt (Sonja und Widu – auch  genannt die Mädelstruppe):
So spektakulär war es bei uns nicht. Wobei das immer im Auge des Betrachters liegt.  Immerhin sind wir knapp vor dem Bug eines tiefgangbehinderten Frachters vorbeigekachelt. Ansonsten war es sehr gemütlich und wir haben Waffeln (Waffeltjes) gegessen und wie immer das von Hage vorzüglich und professionell zubereitete Ingwerwasser in Mengen zu uns genommen. Wir waren auch die Truppe, welche die Segel wieder setzten und siehe da – wir waren doppelt  so schnell wie vorher unter Motor. Wir hatten das Privileg sowohl Sonnenuntergang mit Windpark als auch Sonnenaufgang ohne Sonne zu erleben.  Und dann war es auch schon vorbei und die einen gingen mit Wärmeflasche in die Heija.

und Wache 1 (Achim/Skipper und Hans-Peter/Azubi) berichten aus dunkler Nacht:
Bei Zeebrügge gab es einen endlosen Windpark der leider ziemlich inaktiv war. Darum waren auch unsere Segel schlaff. Der Motor wird angeworfen und dann war es dann  ganz einfach nach England weiterzuschippern. Die Reste der Waffeln von Wache 3 hat uns vor Skorbut und Unterzuckerung gerettet.

Jetzt heißt es segeln, segeln ,segeln (und wenn kein Wind bläst dann brummt halt die Maschine/Motor)

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