Mit der Logoff im August 26 von West nach Ost übers Mittelmeer

Im August übers Mittelmeer bedeutet Lichteffekte Tag für Tag und Nacht für Nacht

Das Motto der Reise war „Wüstenschiffe“ aber es sollte etwas anderes kommen. Wir sind gestartet in La Linea, der noch spanische Teil von Gibraltar. Schwache Winde sollten uns erstmal an die Küste von Marokko führen. 

Der erste Leuchtturm auf der Reise

Nachdem wir Tangar aus zeitlichen Gründen gleich zu Beginn der Reise vom Törnplan gestrichen haben wollten wir doch ein wenig marokkanische Hafenluft schnuppern. Dummerweise gab es einige Tage zuvor in der Hafenstadt Ceuta eine größere „Einreise“ in die spanische Exklave die nicht wirklich organisiert ablief. Aufmerksame Beobachter des Weltgeschehens werden das verfolgt haben. 
Wir vermuten das war der Grund für unsere Hafen Odyssee.
Wir laufen also in unseren ersten marokkanischen Hafen Restinga ein und werden äußerst unfreundlich begrüßt. Die Botschaft: Der Hafen ist voll, wir lassen Euch nicht rein. Augenscheinlich war der Hafen nicht voll! Also zurück auf See. Der nächste Hafen ist M`Diq. Gleiches Spiel. Schlauchboot mit Uniformierten zwingst uns zur Umkehr. Keine Begründung. Keine Diskussion. Klare Botschaft „Ihr seid nicht willkommen“.

wildes Getummel von Jetskies auf dem Wasser vor den Häfen. Alle grüßen uns aber mit den Offiziellen ist nicht zu spaßen

Wir geben natürlich nicht so schnell auf. Aber erstmal steht die erste Nachtfahrt auf dem Programm mangels Hafen. Es wird nicht die letzte sein. Ankern ist offiziell verboten an der marokkanischen Küste. Nächster Versuch ist Al Hoceima. Was wird dort passieren?

Der Skipper hat etwas Sorge dass die Steuerfrauen und Männer der Speedboote alles im Griff haben. Es schien nicht immer so.
Was wird uns nun in diesem Hafen erwarten?

Es sollte nicht sein mit einem Hafen in Marokko. Auch Al Hoceima ähnliches Procerdere. Wir kreisen minutenlang im Hafen. Kein Funkkontakt, kein Sichtkontakt. Dann ein Tankstellen Betreiber der Mitleid mit uns hat und einlädt über Nacht an der Tankstelle zu bleiben. Nach 15 Minuten tauchen drei Uniformierte auf und wir „dürfen“ den Hafen wieder verlassen. Tja da hatte uns der Törnführer nicht drauf vorbereitet. Weiter gehts. Die nächste Nachtfahrt steht an.

jetzt also doch noch angelandet an der afrikanischen Nordküste: Melilla, spanische Exklave

Marokko ist also vom Törnplan gestrichen. Doch da gibt es ja noch eine zweite Exclave: Melilla
Liegt ja auf dem Weg nach Osten, also warum nicht
und
siehe da: Wir kommen in der Frühe dort an. Ein Hafenmeister zeigt uns umgehend einen Liegeplatz und schupp sind wir doch noch in Afrika angelandet. Freundlicher Empfang, korrekter Hafen und wir sind schon gespannt was die Stadt denn so hermacht. 

zusammenfassend können wir sagen. Ein Besuch lohnt sich!

Eine wirklich lebendige bunte Stadt haben wir erlebt. Ohne jetzt wirklich etwas über die Hintergründe zu wissen dieser spanischen Exklave ist das Strassenbild multikulti wie selten gesehen. Eindrucksvolle historische Stadtsubstanz finden wir vor. Obwohl unser Ankunftstag ein Sonntag war ist echt was los.   

Viele historische Gebäude prägen die Innenstadt
Nach einem Tipp kehren wir am Abend in einem Strassenimbiss ein und sind voll zufrieden
Die Götter des Windes, der uns leider oft nicht so gewogen ist werden Tag für Tag bestochen. Einige wertvolle Getränke opfern wir. Die Wirkung ist begrenzt.

Von Mellila queren wir das Mittelmeer Richtung Norden um einen günstigen Absprungskurz nach Osten zu erhalten. Bei den  östlichen Wind Prognosen ist ein Start nördlich optimaler für die Tagelange Überquerung des Mittelsmeers Richtung Tunesien.

 

immer wieder wunderbares Licht am Abend
Warum sieht das immer so lässig am Steuer aus? Muss man da gar nicht so viel dran rumdrehen?
Was macht man den lieben langen Tag auf dem Wasser?
Kuchen backen z.B.

Oder auch mal ein Vorsegel setzen wenn der Wind doch mal wieder auffrischt

und dann natürlich wieder Essen. Der Obstsalat ist angerichtet

Verpflegung auf einem Schiff ist extrem wichtig für die Stimmung an Bord. Also haben wir uns alle ordentlich ins Zeugs gelegt damit die Stimmung nicht kippt. Da kommt Thunfisch auf den Tisch, oder tolle Sugos. Dann wieder mal ein Curry oder auch einen schönen Kartoffelauflauf. Zwei warme Mahlzeiten am Tag müssen es schon sein. Und dazwischen mal schnell einen Kaiserschmarrn orginal vom Wiener.

Thunfisch kurz angebraten und roh mariniert. Sehr fein!

Und ein weiteres tägliches Highlight: Badestop! 
Auch für die Körperpflege unerlässich. Denn die Dusche an Bord würde zuviel Wasser verbrauchen auf einer mehrtägigen Überführung

 

 

 

 

und dann müssen wir ja Mittags auch immer unsere Position bestimmen damit wir nicht auf einmal Amerika neu entdecken

 

und wenn der Wind mal vollständig einschläft muss halt der manuelle Antrieb ran:

 

Damit dürfte klar sein. Es ist genug zu tun jeden Tag. Und weil es Tag und Nacht weitergeht, in unserem Fall 7 Tage und Nächte lang stellt sich auch eine gewissen Müdigkeit ein. Da gibt es dann immer wieder ein Nickerchen.

 

mal im Saloon
oder in der Koje in der tagsüber auch so richtig Platz ist

Nun ist es doch mal Zeit über unsere Route zu sprechen. Aufgabenstellung war die Logoff nach Malta zu bringen. Ist ja nicht so schwierig denken manche. Einfach nach Osten fahren. Ärgerlich war aber dass uns aus Osten der wenige Wind den es gab immer entgegen kam. Das bedeutet Tagaus Tagein kreuzen und dann dauert das schon mal ne ganze Weile. Von der spanischen Küste sind wir in Garrucha abgesprungen nachdem wir uns ordentlich verproviantiert hatten.

 

hier unsere Route. Von Garrucha bis zum ersten Hafen in Tunesien hatten wir ganze 800sm (fast 1500km) vor uns.

So sollte dann die Fahrt von der Costa del Sol in den Golf von Tunis 7 Tage und Nächte dauern. Das ist schon mal ein Wort. 7 Tage gegen den schwachen Wind. 7 Tage bei 30° Wassertemperatur. 7 Tage 6 Männer auf engen Raum. Da bekommt Gruppendynamik einen ganz anderen Stellenwert. 
Aber eine tolle Crew, gutes Essen, tägliche Badestops und ein Wachplan der auch viel Zeit für die eigenen Bedürfnisse bringt machen aus so einem Törn ein ganz besonderes Erlebnis. Und dann ist da ja auch noch ganz viel Natur Spektakel.

Bootsnachbarn im letzten Hafen hatten uns Brillen geschenkt
wir waren in der Poolposition für die Sonnenfinsternis
da wir keine geeignete Fotoausrüstung hatten bleibt vorallen die Erinnerung. Live auf dem Meer wirklich etwas Besonderes!

und was hat die Natur auf dem Wasser noch zu  bieten: Fischschwärme die Nachts ums Boot springen, Seeschildkröten auf dem offenen Meer. Vögel die eine Zwischenlandung einlegen und jeden Tag 
Delfine!


und wenn dann noch eine Schildkröte auf dem offenen Meer auftaucht ist das schon etwas besonderes.


aus den Nächten gibt es natürlich kaum Bilder. Hier mal eine Blick unter Deck auf „Tauchfahrt“

der Karten Tisch im Rotlicht Modus. Eine Nachtwache dauert 3 Stunden. Die anderen schlafen dann eben auch mal 5-6 Stunden.
und dann immer wieder diese Sonnenuntergänge. Da kann man nicht genug von kriegen!
da kommt dann auch schon mal "Titanic" Stimmung auf. Leonardo sah doch auch nicht besser aus, oder?

und falls doch mal Langeweile auftaucht regt der Skipper einen Riggcheck an. Also rauf in den Mast!

 

 

 

 

das gibt dann solche Aufnahmen
toller Ausblick von oben!

und dann kommt das Ziel näher. Erst taucht mal eine kleine Insel auf und dann nehmen wir Kurs auf Bizerte.

 

Nun also endlich auch mal Bilder vom Landgang. Nach einigermaßen seltsamen Einreise Formalitäten sind wir nun also in Tunesien. Da wird dann im Zollbüro gleich das Satelitten Telefon verblompt denn sowas ist verboten auf ausländischen Schiffen.
Wir lassen uns die Freude am Landgang aber nicht verderben und ziehen am Abend in die Stadt.

 

tolle Altstadt!
die Stimmung ist super!

schon bald geht es zum nächsten tunesischen Hafen: Gammart
Stellt sich leider als ausgestorbener Ferienhaus Hafen dar. Nur Nachts tobt der Bär in Clubs in die wir nicht rein dürfen.

 

sieht eigentlich ganz nett aus ist aber völlig ausgestorben
da kann der Skipper endlich mal wieder in Ruhe meditieren

weiter gehts:
Nun steht Hammamet auf dem Programm. Eine zwei Tage Fahrt. Dort wollen wir dann nochmal ordentlich Proviant bunkern denn da springen wir dann nach Malta ab. Wir sind gespannt auf diese lebendige Stadt.

der Hafen ist ein ganzes Stück von der Altstadt entfernt
Sandstrände soweit das Auge schauen kann. Wenn das Wasser nur nicht so warm wäre= 30°!
Kaffee und Wasser. Etwas anderes erlaubt der Skipper nicht beim Landgang. Soll ja bald weiter gehen!
aber kaum geht der Skipper duschen kehrt die Crew in zwielichte Etablissements ein
ratz fatz stehen die Cocktails auf dem Tisch. Aber wird sind in Tunesien. Alles Alkoholfrei!!!
dafür gibt es andere Laster
wer lange genug sucht findet dann auch noch ein Bierchen
also weiter gehts. Auf nach Malta. Bohrinseln gibt es auch hier.

Eine drei Tages Überfahrt. Wir sind ja schon ein eingespieltes Team. Und jetzt gegen Ende der Reise auch endlich mal schöne „Am Wind Kurse“. Da zeigt die Logoff was sie kann. Da sausen wir mal richtig übers Wasser. 

 


und so erreichen wir dann nach drei weiteren Tagen Malta. Die Reise geht zu Ende. Wir haben rund 1400Sm (sind fast 2600km) zurückgelegt. Die hohen Temperaturen mit der hohen Luftfeuchtigkeit haben uns zu schaffen gemacht. Es ist aber auch ein großes Abenteuer mit sehr vielen Eindrücken geworden. 

 

eine tolle Hafenstadt mit soooo viel Geschichte
da machen wir doch gleich mal noch eine Hafenrundfahrt
und am Abend auf besondere Empfehlung auf die Rooftop Bar
was für Ausblicke!
nochmal schön Essen gehen

und dann noch ein Tänzchen wagen

 


Nach diesem anstrengenden Törn wird das sicher Opfer kosten

 

das Ergebnis ist am nächsten Morgen sichtbar
so sagen wir auf Wiedersehen Logoff. Du hast uns zuverlässig nach Malta gebracht!

Eine besondere Reise geht zu Ende. 
Also bis zum nächsten Mal wenn es wieder über Schiff schalt:

 

Ein Schiff eine Crew!

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